"Alzheimer light" von Jo Fabian

"Eine Theater-Sternstunde. " / Tilman Billing



Premiere: 21.06.1996, Hebbel-Theater, Berlin

Regie, Bühne, Licht: Jo Fabian
Assistenz: Henning Fülle
Kostüme: Heidemarie Fabian
Musik: Jo Fabian
Live-Musik: Ralf Krause

Darsteller/innen:
Martina Esser, Paula E. Paul, Kai-Brit Schrader;
Ralph Boock, Jörg Jüsche, Ralf Kittler, Ralf Krause, Herbert Schöberl




Die Alzheimer-Truppe vereint in ihrem Spiel lässig-coole Entspanntheit mit absoluter Präsenz. Der Rhythmus dieses Stücks Tanztheater wirkt perfekt, ja intuitiv genial gesetzt (…).
In "Alzheimer Light" wimmelt es von Überraschungen, originellen Ideen und raffinierten Bildern (…).
Eine Theater-Sternstunde. "Alzheimer Light" hat das Zeug zum Kult-Stück. Es macht süchtig auf mehrfaches Gucken. Jede Minute ist spannend.
(Tilman Billing, zitty nr. 23/1996 (7. - 20.11.1996), Berlin)

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Jo Fabian findet prägnante Bilder für ein politisches Thema: Die Mißachtung der DDR-Biografien. Die Orientierungslosigkeit nach dem Zusammenbruch, nach der Entwertung der gesamten Lebenserfahrung. Das wiedervereinigte Deutschland leidet an der Alzheimer Krankheit, hochgradig, aber was hoffnungslos ist, nimmt man besser nicht ernst.
"Politisches Theater kann ich mir heute nur noch komisch vorstellen", sagt Jo Fabian, der Autor und Regisseur.
(Volker Resing, Wochenpost, 31. Oktober 1996)

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Jo Fabian, verantwortlich für Regie, Bühne, Licht und Musik, führt überzeugend eine gedächtnis- und daher motivationslose Gesellschaft vor, die ihr Tun und ihre Emotionen spontan vollführt, ohne nach dem "Warum" zu fragen. Individuelle und kollektive Amnesie verpuffen auf der Bühne wirkungslos. Für die Zuschauer ist es jedoch ein unvergeßlicher Abend.
(Ulrike Borowczyk, Berliner Morgenpost, 23.6.96)

Eine Produktion von Jo Fabian Department und dem Hebbel-Theater, Berlin