"Jogotono" von Jo Fabian

"daß Form Inhalt schafft durch die Betrachtung" /Manfred Meier


Premiere: 30.11.1990, Volksbühne Berlin/Theater im 3.Stock
Inszenierung: Jo Fabian
Musik: Olaf Gade
Kostüme: Susanne Schuboth
Darsteller/-innen:
Martina Block, Katrin Knappe, Astrid Krenz, Marlies Ludwig, Claudia Michelsen,
Doris Otto-Franke, Monika Plötner, Reiner Heise/Jörg Steinberg

Jo Fabians Vorbilder sind unverkennbar....
Wo aber Wilson das Rätselhafte zelebrierte, gibt Fabian auch Raum für Sprachwitz und Nonsens... Und auch darin unterscheidet sich Fabian von seinen Vorbildern: Wo diese uns oft einem ungehemmten Fließen individuellster Symbole und Assoziationen aussetzen, ist JOGOTONO faßbarer, gegliederter, allgemeiner. Die Form ist geordnet, eine Szenenfolge, durch Vorhänge klar voneinander abgesetzt. Die Symbole deutlich.
Lutz Gümbel, zitty, Berlin, 26/1990

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Der sparsame Text, soweit der Geräuschpegel des Lautsprechers ihn verständlich werden läßt, entpuppt sich als hochstilisirter Nonsens oder bewußte Platitüde.
Was will uns der Dichter damit sagen? So lautet seit Schülergedenken ein unsägliches Thema herkömmlichen Literaturunterrichts. Solche Fragestellung greift hier nicht, denn herkömmliche Dramaturgie ist gründlich demontiert und denunziert. In seinem "theatralischen Konzept im Plastezeitalter" geht der Autor davon aus, "daß Form Inhalt schafft durch die Betrachtung".
Also, geht hin und schaut, genießt und laßt euch nicht verwirren.
Manfred Meier, Neue Zeit, 4.12.1990

Eine Produktion der Volksbühne Berlin