"Die Krähe" von Jo Fabian

"...das Beste, was an zuordnungsloser Kunst gegenwärtig in Berlin geboten wird." / Mario Stumpfe


Premiere: 15.01.1998, Sophiensæle Berli

Inszenierung, Bühne, Licht, Video: Jo Fabian
Musikalische Leitung: Klaus Staffa
zusätzliche Komposition: Ralf Krause
Regieassistenz: Christopher Langer
Bühnentechnik: Karl Wedemeyer
Tontechnik: Ralf Krause
Kostüme: Heidemarie Fabian
Produktionsleitung: Traudl Kupfer

DarstellerInnen:
Gesang: Rosa Enskat
Percussion:
Dorothee Wesseling, Janos Crecelius, Fränki B. Frank, Klaus Staffa
Tanz: Ralph Boock
Darsteller im Publikum: Karl Wedemeyer



Fabians "Krähe" ist kein Theater, aber auch kein Spektakel und keine mystische Orgie. Es ist im Augenblick erstarrte Menschheitsgeschichte. Dieses multiplexe Theater ist unerhört intelligent und ein sinnliches Komprimat der letzten 2000 Jahre. Es ist Zeitgeist ohne Zeitgeist, das Beste, was an zuordnungsloser Kunst gegenwärtig in Berlin geboten wird.
(Mario Stumpfe, Neues Deutschland, Berlin, 17./18.01.1998)

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Mit großer Intensität besingt Rosa Enskat die Liebe, den Kampf und das Leiden des Daseins. Immer lauter dröhnen die Trommeln, die Klagen steigern sich bis zur ekstatischen Besessenheit und brechen mit einem Schrei ab. Jo Fabians "Krähe" ist ein avantgardistischer Gegenentwurf zur rationalisierten Moderne. Seine eindrucksvolle Inszenierung beschwört die Welt eines archaischen Zeitalters, in dem die Menschen noch um die heilige Kraft eines Göttlichen wußten - von der "Dunkelheit der Macht" heißt es bei Fabian. Damals verlieh der Glaube an eine höhere Macht dem Leben Sinn und hinderte den Menschen daran, sich selbst - wie König Prokus, dessen Geschichte eine Stimme im Hintergrund erzählt - zum Herrscher aufzuschwingen . Erst mit der Neuzeit begannen menschliche Hybris und Sinnentleerung - ein Thema, das auch in den frühen Stücken den Theatermachers immer wieder auftauchte.
(Michaela Schöngart, Berliner Morgenpost, 17.01.1998)

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Wie seine früheren Stücke so ist auch "Die Krähe - mystischer Punk", die neue Arbeit des produktiven Theatermachers Jo Fabian, in der Ausrichtung vorwiegend assoziativer Natur. Minimalistische Musik und ausgefeilte Kalligraphien, modernste Bühnentechnik und uralte Symbolik produzieren phantastische Bilder und eine Atmosphäre des fortwährenden Déjà vu.
Das Thema, das Fabian dabei umkreist, benennt er selbst: Es ist die Suche nach der "Dunkelheit der Macht" und "dem Ursprung unseres Leidens".
(Christine Hohmeyer, die tageszeitung, Berlin, 17./18.01.98)

Eine Produktion der Department Theater GmbH in Koproduktion mit dem Hebbel-Theater Berlin und dem Kleist-Theater Frankfurt/Oder. Mit freundlicher Unterstützung des Senats für Wissenschaft, Forschung und Kultur Berlin.