"Materia dance" von Jo Fabian

"...ein Gegenentwurf zu dem, was als vermeintliche Wirklichkeit täglich in die Hirne getrommelt wird." / Mario Stumpfe


Premiere: 14.11.1994, Theater unterm Dach, Berlin

Inszenierung: Jo Fabian
Assistenz: Ralph Knebel, Peter Walerowski
Bühne & Licht: Jo Fabian
Musik + Tontechnik: Ralf Krause
Bühnenbildassistenz: Klaus Eichner
Kostüme: Heidemarie Fabian

Darstellerinnen:
Sonja Elstermann, Ulrike Henning, Paula E. Paul, Kerstin Rünzel


An Jo Fabians neuer Regiearbeit, "Materia Dance", überrascht am meisten die kompromißlose Leichtigkeit, mit der scheinbar starre, formale Grenzen überschritten werden...
Boshafte Spiele mit dem gutgläubigen Zuschauer treibend, gelingt es Fabian immer aufs neue, zu verblüffen, in den Bann zu schlagen und - so paradox es klingen mag - kritische Inhalte in die Sinne des Publikums zu transportieren. Es wird nichts gesagt, außer Wiederholungen von Bewegungsabläufen nichts dargestellt, dennoch webt sich ein hauchdünnes Netz von Bedeutungen, ein Sinngespinst, ein Gegenentwurf zu dem, was als vermeintliche Wirklichkeit täglich in die Hirne getrommelt wird.

(Mario Stumpfe, Neues Deutschland, Berlin, 29.11.1994)

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Applaus ist nicht erwünscht. In Jo Fabians "Materia Dance" im Theater unterm Dach wird das Publikum mit lautem Getrommel hinausgescheucht. Dabei hätte man gern geklatscht. Das Stück zeigte einmal wieder, daß Fabian eine der schillerndsten Figuren der Berliner Tanz-Szene ist...
Die Choreographie Fabians ist trotz ihrer Gleichförmigkeit nie monoton, sondern dynamisch und mitreißend.

(Martina Hafner, BZ am Sonntag, 13.11.1994)

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Der Zuschauer erlebt amüsante, kurzweilige 50 Minuten und eine in Deutschland ziemlich einmalige Form von Tanz: Minimal Dance, durch Texte und theatralische Gimmicks ins Ironische gebrochen. Mit spitzer Nadel wird der Zuschauer schutzgeimpft gegen ein Tanztheater, das die ewigen Werte beschwört und doch nur schrecklich hochstapelt.

(Jochen Schmidt, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6.12.1994)

Eine Produktion von Jo Fabian Department und dem Theater unterm Dach