"Tactics for evolution" von Jo Fabian

"eine grossartige Installation, die uns der Multimediakünstler nach Jena gebracht hat." /Paul Verhangen



Premiere: 10.10.1998 Theaterhaus Jena:
Spielstätte im E-Werk, Weimar

Regie, Raumgestaltung, Lichtdesign, Video: Jo Fabian


DarstellerInnen:
Elke Borkenstein, Susanne Jansen, Agnes Lampkin;
Lukas Bangerter, Andreas Guglielmetti, Silvio Hildebrandt, David Jeker, Ingolf Müller Beck

Regieassistenz: Christopher Langer
Dramaturgie: Jan Kauenhowen
Kostüme. Katharina Tietze
Tonkomposition/Mastering: Ralf Krause
Sprecher: Christopher Langer, Jan Kauenhowen
Videoproduktion: Theaterhaus Jena/Department


Eingangs, als das Publikum der ausverkauften Premierenvorstellung von "Tactics for Evolution" die Spielstätte im ehemaligen Weimarer E-Werk betrat und jedermann zu tun hatte, sich an den auf Restkarten Wartenden vorbeizudrängeln, empfing uns die kalte Halle in leichten Nebel gehüllt und mit für Werkhallen typischen Geräuschen.
Zwei große, an Seilen schwebende Kisten gingen - einem Pendel ähnlich - in bestimmten Zeitabständen auf und nieder. In wechselndes Scheinwerferlicht getaucht, empfingen wir als erstes die Botschaft der stetigen aber gleichbleibenden Veränderung.
Birgt das ausgediente E-Werk doch die beste Kulisse für philosophische Fragen nach dem Woher und Wohin in unseren Zeitläufen. Und die Idee, hier den "Film im Film" oder das Stück im Film, besser: "fact by fact" ablaufen zu lassen, ist naheliegend und doch genial. So haben wir zwei Ebenen, erleben im Video die acht Leute einer Schweißerbrigade; vor uns dagegen acht "Wesen", die in ihrem Kreislauf gefangen (oder auch nicht?) sind und sich zeitlupenartig in anscheinend vorgegebenen Linien bewegen.
Und genau das macht unweigerlich den Spaß an der Inszenierung aus. Dazu die minutiös und milimetergenaue Ineinander-Verarbeitung der Bewegungen und Aktionen von Video und Live-Acts. Die Schweißerbrigade im Film begleiten wir vor, während und nach der Arbeit sowie in der Pause, in der Wiederholung und im Stillstand. Und so, daß man mitunter eine Verlängerung des Raumes, in dem wir alle sitzen, vermutet. Und so, daß die Abwechslung, Ausgrenzung, Ergänzung zwischen Video und Rauminstallation perfekt erscheint. Perfekt auch die musikalische Ergänzung.
Anregungen, Utopien, Visionen, Denkanstöße hingegen reichlich bei den "Tactics for Evolution".
(Ostthüringer Zeitung, 12.10.98)

Eine Produktion des Theaterhauses Jena